ohne Titel

o.T. (Selbstportraits)

Höchst inszeniert begibt sich die Künstlerin in ihre Bilder, um in maximaler Emotionslogikeit mehr oder weniger verschlüsselte Rollen zu testen.

Es ist ein Experiment mit der Kontrollierbarkeit des eigenen Blickes – die Kamera das Gegenüber. Nur Tote bewegen ihre Augen nicht. Wenn durch geübte Kontrolle der Augenmuskulatur der Blick schon vor der Auslösung von vorne durch das Objektiv gekrochen ist, wenn der Fotografierte schon vor der Fotografie zum Bild geworden ist, sieht er nichts mehr.

Jedem der Portraits liegt eine narzisstische Verherrlichung des Selbst, eine Erhebung zugrunde. Diese Aufwertung der eigenen Person geschieht durch den Umgang mit zitierend erinnernden Bildern. Die eingenommene Pose und die jeweilige Inszenierung dienen zur Repräsentation, zur vorgeblichen Festlegung eines eigenen Bildes. Selbstportraits als Beschreibung der Unausweichlichkeit der eigenen Person.

Dank an M. Langer und K. Gattermann für die Auslösungen.

Selbstportrait mit Maske /// c-Print, hinter Plexiglas | 80 × 65cm | 2006
Selbstportrait, Zopf /// c-Print, gerahmt | 72 × 60cm | 2006
Selbstportrait Orange Afrique (Royal Boss) /// Baryt Handabzug auf Alu-Dibond |120 × 105cm | 2006
Selbstportrait ohne Titel (blau) /// Pigmentdruck | 70 × 50cm | 2007
Selbstportrait und 200 gelbe Nelken /// c-Print Collage | 87 × 73cm | 2007